Rheinsteig 2

Rheinsteig Teil 2

Die mehrtägige Wanderfahrt der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins führte dieses Jahr unter der Leitung von Ernst Hauff, Doris Sautter und Gerhard Stolz wieder in das Unesco Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“. Der Rheinsteig, ein zertifizierter Qualitätswanderweg, bescherte den über 50 Teilnehmern Wandern auf hohem Niveau.

In Kestert, dem Endpunkt der letztjährigen Tour, begann die erste Etappe. Über Serpentinen ging es hinauf zu einem der schönsten Aussichtspunkte am Rhein, der Hindenburghöhe.

Rheinabwärts kamen die Burgen Liebenstein und Sterrenberg ins Blickfeld, im Volksmund auch feindliche Brüder genannt. Nach kurzer Zeit waren die beiden Burgen erreicht. Im Turm von Sterrenberg erfuhr der Betrachter viel Interessantes über die Burgenromantik am Rhein.

Anschliessend wanderten die Albvereinler kurz abwärts um dann auf einer Bohlenanlage den gegenüberliegenden Steilhang zu erklimmen. Über schöne Waldwege und entlang des Kamper Naturlehrpfades, der sich an der Geländekante entlang hangelt, wurde die Marienkapelle erreicht. Hier zeigte sich erstmals der gewaltige 180° Grad-Bogen, den der Rhein zwischen Kamp-Bornhofen und Osterspai schlägt.

Über einen felsigen Pfad gelangten die Albvereinler nach Filsen und zum Wachport, dem historischen Gemeindehaus. Mit dem Bus fuhren sie dann weiter nach Lahnstein, wo sich das Standquartier befand. Am nächsten Morgen ging es von Filsen leicht ansteigend zum Pilgerweg. Hier konnte das Große Zweiblatt, eine Orchideenart, bestaunt werden. Nachdem die Täler des Heiligenbachs, des Wasenbachs und des Gründlingsbachs entweder umwandert oder auf steilen An- und Abstiegen erreicht wurden, galt der nächste Aufstieg dem Dinkholder. Der aufgeweichte Pfad verlangte den Wanderern einiges ab. Aber der traumhafte Ausblick auf die Marksburg und Lahnstein entschädigte dafür. Der nicht minder schwierige Abstieg führte zu einem seit 1565 bekannten Sauerbrunnen. Nach einem weiteren serpentinenreichen Aufstieg gelangten die Pfullinger zum Lusthäuschen und sahen sich unvermittelt der Marksburg gegenüber.

Über den Zecherweg war diese dann bald erreicht. Die Marksburg gehört als einzige unzerstörte Höhenburg des Mittelrheins zu den schönsten Wehrbauten Europas. Bei einer Führung konnten die Wanderer u.a. die riesigen Kanonen und die in Fels gehauene Reitertreppe bestaunen. Abends erlebten sie einen weiteren Höhepunkt dieser Tour. Auf Burg Lahneck wurden sie zu einer Führung im Kerzenschein erwartet. Küche, Rittersaal und Kapelle zeigten bei dieser Beleuchtung ihren besonderen Charme.

Die Pfullinger waren von der romantischen Stimmung sehr angetan. Anderntags führte der Rheinsteig von Braubach zwischen noch bewirtschafteten und bereits aufgelassenen Weinbergen hinauf zur Kerketser Platte. Über Schiefergestein erfolgte als nächstes ein seilgesicherter Aufstieg. Schließlich wartete in Lahnstein auf der Höhe eine Überraschung auf die Albvereinler. Zwei Mitwanderer hatten für einen kleinen Umtrunk gesorgt, der nach den vielen Auf- und Abstiegen höchst willkommen war. Nach dem letzten Abstieg wurde die Siedlung Friedland erreicht. Entlang der Lahn gelangten die Wanderer zum “ Wirtshaus an der Lahn“, das seine Berühmtheit Goethe verdankt. Nach der Lahnmündung in den Rhein ging es durch Parkanlagen zu Maximilians Brauwiesen. In dieser urigen Gasthausbrauerei konnten sich die Wanderer bei deftigen Gerichten und vielen Biersorten wieder stärken. Mit dem Bus fuhren sie dann nach Koblenz. Hier bestiegen sie ein eigens gechartertes Schiff, dass zuerst eine Rundfahrt am Deutschen Eck machte, bevor es dann weiter rheinaufwärts fuhr und sie schließlich vor ihrem Quartier aussteigen konnten.

Am letzten Tag stand die bekannte Ruppertsklamm auf dem Programm. Durch diese wildromantische Klamm mit seilgesicherten Stellen wurde eine Schutzhütte erreicht. Aus Freude über den sonnigen Morgen und das herrliche Naturerleben stimmten die Wanderer spontan einige Lieder an. Über zwei zackige Aufstiege wurde dann der Lichterkopf erreicht. Vom hölzernen Lichterturm, der wegen Einsturzgefahr abgerissen wurde, waren nur noch Fundamente vorhanden. Nach Querung der Alten Heerstrasse wurde kurz darauf das Bienhorntal erreicht. Die Wanderer folgten dem idyllischen Tal und gelangten nach Pfaffendorf. Am Rheinufer entlang mit Blick auf das Deutsche Eck wanderten sie abwärts nach Ehrenbreitstein. Da der Besuch der Festung wegen Bauarbeiten nicht möglich war, wurde die Heimfahrt unvermittelt angetreten. (s)