Rheinsteig

Oberes Mittelrheintal und Rheinsteig

Die mehrtägige Wanderfahrt der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins führte dieses Jahr unter der Leitung von Ernst Hauff, Doris Sautter und Gerhard Stolz in das Unesco Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“.
Der „Rheinsteig“ ein zertifizierter Qualitätswanderweg bescherte den über 40 Teilnehmern Wandern auf hohem Niveau. In Rüdesheim, wo sich auch das Standquartier der Gruppe befand, begann die erste Tagesetappe. Vom 1883 errichteten Niederwalddenkmal führte die Wanderung hinüber zum Jagdschloß Niederwald. Dabei gab es immer wieder herrrliche Ausblicke auf den Rhein, den Mäuseturm bei Bingen, das Nahetal und Ruine Ehrenfels. Vom Jagdschloß ging es in mehreren Serpentinen hinunter nach Assmannshausen und gleich darauf über einen Treppenweg hinauf zum Höllenberg, der berühmtesten Weinlage dieses Ortes. Über einen idyllischen Felsenpfad, der etwas Trittsicherheit verlangte, gelangten die Wanderer zum Panoramaweg, der weiter zum AP 3 Burgenblick führte. Hier sind die Burgen Rheinstein, Reichenstein und Sooneck zu sehen. Durch Weinberge ging es dann hinab nach Lorch.
Am anderen Morgen folgte der Aufstieg durch einen interessanten Hohlweg und anschließend über Felsplatten hinauf zur Ruine Nollig. Der Rheinsteig führt dann weiter über einen Panoramaweg mit grandiosen Ausblicken, durch Schieferschutthalden und durch Wald ins Niederthal hinein. Hier steht ein historischer Grenzstein aus dem Jahr 1531, der die Landesgrenze Hessen/Rheinland-Pfalz markiert. Über einen schmalen Pfad, der in Serpentinen steil aufwärts führte, gelangten die Albvereinler wieder auf die Höhe. Durch Eichenwald und aufgelassenes Weinberggelände erreichten sie die Burg Gutenfels. Ein steiler Abstieg führte dann weiter hinunter nach Kaub. Mit der Fähre ging es hinüber zur Festung Pfalzgrafenstein. Die ehemalige Zollburg steht aus strategischen Gründen mitten im Strom. Den Abschluß dieses Tages bildete eine gemütliche Weinprobe in Lorch.
Anderntags stand die Königsetappe im Mittelrheintal auf dem Programm; dies nicht nur, weil diese Tour die längste und, nach Höhenmetern gerechnet, die anspruchvollste ist, sondern auch wegen der vielen Aussichtspunkte. In Kaub ging es über Treppenstufen hinauf zum Leiterbergturm, wo die Albvereinler auf ein Fernsehteam des MDR trafen, das einen Film über den Rheinsteig drehte. Auf schmalem Pfad, der teilweise aus den Schieferfelsen geschlagen wurde und mit Geländer gesichert ist, ging es durch ein Naturschutzgebiet hinauf nach Dörscheid. Von der Hochfläche hat man einen schönen Ausblick auf die Höhen des Hunsrücks und Taunus. Vom Rossstein ging es ein Stück weit über Felsen hinab zur Alten Burg. Im Talgrund wurde der Urbach auf einem Steg überquert und anschließend stieg der Weg über Stufen fast in Falllinie aufwärts. Auf dem Weiterweg kam erstmals die Loreley ins Blickfeld. Durch Wiesengelände ging es hinüber zum Hof Leiselfeld, in dessen Garten die Wanderer sich stärkten. Über den Spitznach wurde dann die berühmte Loreley erreicht. 
Der letzte Tag begann in St. Goarshausen, wie gewohnt, mit einem schweißtreibenden Aufstieg bis zum Nocherner Brünnchen. Auf dem Höhenweg genossen die Albvereinler die herrlichen Ausblicke ins Rheintal, bevor es auf einem idyllischen Serpentinenpfad hinab zur Burg Maus und weiter nach Wellmich führte. Dort wurde in einem urigen Lokal Einkehr gehalten. Anschließend ging es auf einem Bergbau- und Landschaftspfad hinauf zum Sachsenhäuser Feld, einem Hochplateau. An Schieferabraumhalden vorbei führte der Steig weiter, bevor er in einen schmalen Felsenpfad überging. Am Ende dieses Pfades verließen die Albvereinler den Rheinsteig und stiegen durch die wildromantische Pulsbachklamm ab nach Kestert, wo der Bus wartete. Mit der Fähre ging es dann hinüber nach St. Goar, und die Wanderer konnten bei der Heimfahrt ihren erwanderten Rheinsteig verfolgen.